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Qianling

 

Das Qianling Mausoleium liegt ca. 80 km nordwestlich von Xi’an.

Die eindrucksvolle Anlage ist das Grab des dritten Kaisers der Tang Dynastie, Li Zhi. Wu Zetian, seine Konkubine und spätere Hauptfrau sowie die erste und einzige offizielle Kaiserin Chinas, ließ das Grabmal für Li Zhi bauen. 706 wurden beide, Li Zhi und Wu Zetian, in dem Grabmal beigesetzt. Ein einmaliger Vorgang in China: der Kaiser wird mit seiner Hauptfrau zusammen bestattet – ein Affront in der Frauen geringschätzenden konfuzianischen Kultur.

Es ist die einzige Grabstätte Chinas, die von Verwüstungen durch Grabräuber verschont blieb. Derzeit bemüht sich das Mausoleum, bei der UNESCO den Status als Weltkulturerbe zu erhalten.

 


Qianling

 
 
 

Qianling befindet sich am Rand des dreigipfligen Liang Shan Berges. Historischen Aufzeichnungen zufolge war die Grabanlage mit imposanten Bauten ausgestattet und von zwei Mauern umgeben. Die Innenstadt beträgt 2 km². Im Osten gab es das Tor des Grünen Drachens, im Süden das des Roten Vogels, im Westen das des Weißen Tigers und im Norden das Tor der Schildkröte. Diese Fabelwesen symbolisieren die Himmelsrichtungen. Allerdings ist bis auf wenige Turmruinen nichts von ihnen erhalten.

Im Süden wurde vor dem Grab eine riesige Steintreppe gebaut. Sie hat 526 Stufen und 18 Terrassen und ist voller Symbolik: Die Terrassen symbolisieren die 18 Tang Kaisergräber in der Guanzhong-Ebene, die 34 Stufen unter der ersten Terrasse sind das Symbol für die Regierungsdauer des Kaiser Gaozong, die 21 Stufen zwischen der ersten und zweiten Terrasse symbolisieren die Regierungszeit von Wu Zetian, die 108 Stufen zwischen achter und neunter Terrasse stehen für 108 Kugeln an den buddhistischen Gebetsketten oder 108 mal Glück im Jahr, die 21 Stufen zwischen der 16. und 17. Terrasse sind das Zeichen von allen Kaisern der Tang Dynastie, die letzten acht Stufen gelten als Symbol für die Acht Diagramme.
Auf jeder Terrasse kann man ein Eche hören. man sagt, inder Mitte der achten Terrase sei in dem Echo „Kummer entfernen“ (xiaochu fannao) zu hören, wenn man vier mal klatscht und wenn man noch mal vier mal klatscht, höre man „Glück kommt“ (jianglai jixiang).
Am Ende der Treppe beginnt der heilige Weg.

In der Grabanlage sind 124 Skulpturen erhalten, die den sogenannten heiligen Weg säumen. Man kann dekorative Steinsäulen sehen, geflügelte Steinpferde, rote straußenartige Vögel und Menschengestalten. Alle Figuren sind überlebensgroß und paarweise angeordnet.
Außerdem stehen dort 20 Generäle und bewachen die Grabesruhe des Kaiserpaares. Sie sind über 4 m hoch tragen ein weites Kleid mit langen Ärmeln und halten ein Schwert in der Hand.

Im Osten steht das Denkmal für die Kaiserin Wu Zetian, das Denkmal ohne Text. Es wurde aus einem riesigen Stein gemeißelt und wiegt über 98 t. Es gibt verschiedene Erklärungen dafür, warum sie keine Grabinschrift bekommen hat. Einerseits soll Wu Zetian selbst mit einem solchen Denkmal ausdrücken wollen, dass man ihre Verdienste und Fehler damals nicht aufschreiben sollte, sondern nur die kommenden Generationen berechtigt seien, sie zu beurteilen. Andererseits sollen nach ihrer Meinung ihre Verdienste unvergleichlich gewesen sein und konnten nicht beschrieben werden. Eine dritte Erklärung lautet, dass beim Aufstellen der Kaiser Zhonzong nicht wusste, welchen Titel (Hauptfrau des Kaisers oder Kaiserin) am Denkmal stehen sollte. Außerdem wollte er sie nicht lobpreisen, weil er mit seiner Mutter nicht zufrieden war, aber er konnte sie auch nicht tadeln, weil das im Widerspruch zur Kindespflicht stand.
In der chinesischen Geschichte ist das das einzige Kaiserdenkmal ohne Text.
Einige Texte, die heute daran zu lesen sind, stammen aus der Zeit nach dem 13. Jh. Einer davon ist in der Nüzhen-Sprache mit einer chinesischen Übersetzung verfasst worden. Nüzhen war eine nationale Minderheit im Norden. Ihr Sprache ist heute eine tote Sprache. Deshalb ist dieses Denkmal für die Erforschung von Nüzhen sehr wertvoll.

Beiderseits des Südtors stehen 61 Skulpturen. Sie zeigen die Abgesandten der nationalen Minderheiten sowie die ausländischen Gesandten, die am Begräbnis teilnahmen. Sie tragen eine Tracht mit schmalen Ärmeln, breiten Gürteln und Lederstiefeln – ausländische Kleidung. Leider wurden, bis auf den König von Persien und einem seiner Generäle, allen Skulpturen die Köpfe abgeschlagen. Auf de Rückseite sind allerdings die Namen, Herkunft und Rang eingemeißelt, so dass man weiß, wer am Begräbnis teilgenommen hat.

Zu Qianling gehören noch 17 weitere Nebengräber. Einige davon sind geöffnet und für Besucher zugänglich. Darunter das Grab der Prinzessin Yongtai sowie des Prinzen Zhanghuai und Yide.

 
 

Die Prinzessin ruht in einem Steinsarg in der Hauptkammer. Die Wände sind mit Fresken bemalt, die das höfische Leben darstellen: elegante Damen nach der Tang Mode gekleidet mit interessanten Frisuren und kostbaren Accessoires. Die Fresken in dem Prinzengrabmal zeigen Jagdszenen und Polospiel.

Obwohl Qianling bis heute noch nicht freigelegt ist, lohnen die überirdische Grabanlage und die Ausstellungen von Grabbeigaben einen Besuch.

 

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