Den Namen Shaolin -Tempel ( chin. 少林寺 , Shàolín Sì , kant. Sil lum) tragen viele Klöster in der Volksrepublik China , Korea (Sorim), Indochina und Japan (Shorinji). Meist ist mit diesem Begriff aber das Shaolinkloster gemeint, welches am Berg Songshan in der Provinz Henan im Herzen Chinas liegt. Es ist berühmt für seine Kampfkunst (" Shaolin Quanfa "), Qigong und gilt außerdem als die Geburtsstätte des Chan - Buddhismus ( jap. Zen , kor. Seon, viet. Thien, sanskrit. Dhyana ).
Im Westen ist das Kloster vor allem durch die akrobatischen Leistungen und beeindruckenden Fähigkeiten der Wushu -Showgruppen bekannt, die durch viele Länder touren. Diese demonstrieren jedoch nicht nur traditionelle Shaolin-Kampfkunst, sondern auch zum Teil modernes Wushu (mit vielen ästhetischen Showeinlagen).
Der Shaolin-Tempel entstand um 495 n.Chr. und wurde vom indischen Mönch Ba Tuo im Songshan Gebirge in der Provinz Henan erbaut.
Der Legende nach entwickelte der indische Mönch Bodhidharma ( chin. 菩提达摩 , Pútídámó ) die Grundlagen der Shaolin-Kampfkünste , die seitdem von den Mönchen des Tempels weiterentwickelt und trainiert werden.
Während der Tang-Dynastie (um 600 n.Chr.) erlangten die Shaolin-Mönche im chinesischen Reich großes Ansehen. Historisch belegt ist, dass im Jahre 728 n.Chr. das Shaolin-Kloster 13 kämpfende Mönche entsandte, um die bedrängte Dynastie zu unterstützen. Aufgrund der guten Dienste, die diese Mönche leisteten, wurden dem Kloster einige Privilegien zugestanden, u.a. einige Mönche als Krieger auszubilden.
Von 1368 bis 1644 erlebte das Shaolin-Kloster und seine Kampfkunst durch die Förderung der regierenden Ming-Dynastie einen enormen Aufschwung. Die Armee des Klosters war zirka 2500 Mann stark und die Kampfkünste des Klosters wurden in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Blütezeit des Shaolin-Tempels.
|